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Sonntag, 24. Juni 2007

Mein Standpunkt zum vorläufigen Tarifergebnis T- Service

Liebe Kolleginnen , liebe Kollegen,

Die Tarifrunde 2007 für die Beschäftigten im Bereich der T- Com NL ist in eine entscheidende Phase eingetreten. Es gilt nun die ver.di Mitglieder zu informieren und somit für die zweite Urabstimmung vorzubereiten. Nochmals, es geht um Information nicht um Beeinflussung. Wir die Verantwortlichen in Trier haben uns zur Aufgabe gemacht mit offenen und klaren Aussagen die Meinung unserer Beschäftigten zur Landesebene und zur Bundesebene zu transportieren. Dies ist werktäglich geschehen und hat somit kontinuierlich zur Meinungsbildung sowie letztendlich zum vorläufigen Tarifergebnis mit beigetragen.

Nun ist es unsere Aufgabe die ver.di Mitglieder in unserem Aufgabenbereich bestmöglich über die Inhalte des Tarifvertrages zu informieren und damit die Grundlage zu schaffen am Donnerstag und Freitag in der Urabstimmung eine eigene Meinung abzugeben.

Mein Standpunkt ist: Mit dieser Tarifrunde haben wir kein Ergebnis erzielt, dass sich in Euro ausdrücken lässt, wir haben Verluste in Form von Mehrarbeit. Der Samstag als Regelarbeitstag ist eine Einbusse, den die Familien am meisten spüren werden. Er hat uns Teile von den Errungenschaften der letzten Jahre genommen. Diesen Preis zu zahlen, hat uns die Gesetzgebung abverlangt, die den Unternehmen sehr viel Spielraum auf Kosten der ArbeitnehmerInnen in den letzten Jahren eingeräumt hat.

Verhindert wurde, dass uns in den Geldbeutel gegriffen wurde und, dass auf lange Zeit. Beachtenswert ist, dass erstmalig in Deutschland ein Tarifvertrag zum Auslagerungsschutz abgeschlossen werden kann, dies ist aus Sicht der Hedgefonds ein herber Verlust. Ein wichtiger Aspekt ist für mich, dass über 4.000 junge Menschen eine Arbeit finden, die nicht im Billiglohnbereich angesiedelt ist. Ebenfalls ist festgeschrieben, dass die Arbeitszeiterhöhung und die Einstellung der jungen Menschen nicht zum weiteren Personalabbau führen wird. Ebenso sind der besondere Kündigungsschutz und der Ratioschutz weitgehend erhalten geblieben, dies ist besonders für uns eine sehr wichtige Sache.

Ich bitte euch bewertet den Tarifvertragsentwurf - wenn möglich sachlich - stellt das Für und Wider gegenüber und entscheidet ob ihr zustimmen oder ablehnen wollt.

Mit gewerkschaftlichem Gruß

Manfred Fritschen

Tarifinfo 22 downloaden

Mittwoch, 13. Juni 2007

Es lohnt reinzuschauen !

Liebe Kollegen und Koleginnen,
es lohnt sich in die lange Liste der Solidaritätsadressen (linkes Menü) hineinzuschauen.
Eine Vielzahl von Organisationen und auch Vertreter der Politik erklären sich hier, mit festen Stellungnahmen, solidarisch mit den Zielen und Forderungen der Arbeitnehmer.

Donnerstag, 7. Juni 2007

Was gibt es zu sagen?

Wer etwas themenbezogenes unbedingt einmal mitteilen wollte und gerne einen Artikel an seine Kollegen richten möchte, der kann dies nun bei uns tun.
Schreibt entweder in unser Gästebuch (Deine Meinung s.links) oder schickt uns Euren Artikel zu, damit wir Ihn auf unserer Hauptseite einstellen können.

Mails an tohowabobi@gmx.de

Mittwoch, 6. Juni 2007

…wieder so ein Alibi-Angebot

Da wird in den Tagesnachrichten seit längerer Zeit mal wieder eine Nachricht unseres Telekom-Vorstandes kommuniziert. Ist aber eigentlich nur ein Satz gewesen, in dem es um ein neues Chancen- und Risikoangebot ging. Es ist auch bei dem einen Satz geblieben, weil wahrscheinlich die Journalisten auch nicht so ganz verstanden haben worum es geht.

Unser Vorstand Sattelberger hat vermutlich dieses Angebot auch nicht wirklich ernst gemeint.

Entweder geht es vielmehr darum vor den Informationen, die uns in der nächsten Woche überfallen noch öffentlich zu dokumentieren: Wir haben ja Angebot um Angebot vorgelegt und die Arbeitnehmervertretung hat gar nicht reagiert, also sie wollen es ja nicht anders

oder

Herr Sattelberger betreibt diese Augenwischerei aus reinem Mitleid mit den Beschäftigen!

Was bedeutet eine Chancen- und Risiko-Vereinbarung? Das ist doch letztlich nichts anderes als eine „Variable“ mehr.

Warum möchte man zuerst den Mitarbeitern das Geld aus der Tasche ziehen und es dann wieder zurückgeben? Die Schritte könnte man sich doch sparen.

Wir können den Unternehmenserfolg nur zu einem kleinen Teil beeinflussen, aber wir können viel dafür tun einen ordentlichen Kundendienst zu leisten. Und dazu sind keine finanziellen Transaktionen notwendig.

Astrid Thesen

Montag, 4. Juni 2007

Streikstatus

Liebe Kolleginnen und Kollegen,

wir haben inzwischen in der Region Trier schon ( 25 Streiktage) ca. 4000 Streiktage. Ich hatte zu Beginn der Warnstreiks mit einer langen und schwierigen Auseinandersetzung gerechnet; mit Streiks die sich über Monate hinziehen hatte selbst ich nicht gerechnet.

Durch die Äußerungen von Obermann und Co. und der Verknüpfung dieses Weges mit ihren Funktionen, ist es zu einer Auseinandersetzung geworden die der Vorstand ohne persönliche Konsequenzen nicht mehr beenden kann. Das macht die Situation nicht einfacher, ist aber von Vorstand allein zu verantworten.

In vielen Gesprächen mit der Politik, in Solidaritätserklärungen von anderen Gewerkschaften, Betriebsräten, politischen Parteien, kirchlichen Einrichtungen und Privatpersonen wird immer deutlicher, dass wir nicht nur für „unsere Forderungen“ Streiken und auf die Straße gehen. Wir stehen inzwischen auch für eine gerechtere Verteilung in der Gesellschaft und gegen den ungehemmten Kapitalismus der in den letzten Jahren in Deutschland immer stärker um sich gegriffen hat.

Ich finde, dass es lohnt für diese Ziele zu kämpfen, auch wenn man müde ist und glaubt die Grenzen der Belastbarkeit schon längst überschritten zu haben.

Ich finde die Solidarität vor den „Werkstoren“ toll. Ich finde es toll, dass angefragte Hilfe selbstverständlich geleistet wird und nie ein „nein“ zurückkommt. Ich finde es toll, dass die Streikfront trotz der hilflosen Bemühungen des Arbeitgebers und der angebotenen Streikgelder hält. Das alles zeigt mir, dass Solidarität und das Gefühl zusammen zu gehören bei uns immer noch da ist. Es ist nicht nur bei den Streikenden da, sondern auch bei den Beamtinnen und Beamten die im Betrieb arbeiten müssen. Es ist bei den Leiharbeitnehmerinnen und Leiharbeitern da, die von der Telekom zum Streikbrechereinsatz gezwungen werden.

Das alles gibt mir Mut und Zuversicht, dass wir diese Auseinandersetzung weiter erfolgreich bestreiten werden, auch wenn wir den Arbeitskampf in die neuen Gesellschaften tragen müssen.

Manfred Tölkes

Hier findet Ihr die aktuelle Tarifinfo 19 „T-Service“ als Pdf.

Dienstag, 29. Mai 2007

Leih- und Zeitarbeitszuschrift

Ich bin über Adecco als Leih- und Zeitarbeiter bei der Störungsannahme zur „Unterstützung während Spitzenzeiten“ eingestellt. Da die Telekom Adecco damit drohte, dass wir entlassen werden sobald wir nicht mehr zur Arbeit erscheinen, gehen wir zur Zeit noch arbeiten.

Vor allem bei der Störungsannahme sind die Auswirkungen des Streiks stark spürbar.

Ständig haben wir Nachfragen zu vor Tagen und Wochen aufgenommenen Störungen die nicht bearbeitet wurden, vor allem die Stürme der letzten Tage haben nochmal das Callvolumen verstärkt. Einen Großteil der Arbeit verbringe ich mit der Beruhigung der Kunden – die „Verstärkung“ durch Subunternehmen erscheint mir eher lachhaft.

Daher klingt die Aussage des Vorstandes, Privatkunden seien praktisch nicht betroffen von den Streiks, für mich wie der blanke Hohn! Privat- wie auch Geschäftskunden erfahren nun zum ersten Mal wie wichtig unsere Abteilung und vor allem wie wichtig gute Techniker und die koordinierenden Abteilungen sind!

Ich beschmutze zwar nicht gern mein eigenes Nest, muss mir aber auch zunehmend eingestehen, dass mir oft Kollegen fehlen zu denen ich kurz rüber gehen kann und Hilfe in schwierigen Situationen erhalte.

Ich hoffe, dass der Streik seine Wirkung zeigt und bei der Telekom wieder das Motto „gutes Geld für gute Arbeit“ gilt und nicht „Geiz ist Geil“. Service ist der einzige Unterschied für den Kunden zwischen der Telekom und anderen Netzbetreibern- wie soll es aber diesen Service geben können, wenn es keine geschulten Mitarbeiter gibt und niemanden der gerne zur Arbeit geht? Das größte Kapital des Unternehmens besteht in den Mitarbeitern und ich finde es lohnt sich für deren Recht zu kämpfen!

Sonntag, 27. Mai 2007

Des Vorstands „Wort zum Sonntag“ am 22. Streiktag

Pünktlich zum verlängerten Pfingstwochenende erreichen uns die drohenden Worte des Vorstands unsere Streikposition doch aufzugeben und mit Einsicht, Eifer und Arbeitswillen an unseren Arbeitsplatz zurückzukehren.
Wir müssten doch Verständnis dafür haben dass die DTAG uns nun sehr brauche und dass wir glücklich darüber sein sollen, wenn der Vorstand uns nicht noch tiefer in die Tasche greife.
Der Vorstand markiert ganz gezielt den starken Mann und er wird derzeit gar nicht anders können als all seine Härte in die Waagschale zu werfen. Ganz offensichtlich haben unsere Streikmaßnahmen doch größere Wirkung als gedacht.
Dass der Vorstand gerade vor langen freien Tagen diese Parolen aus gibt hat alleine den Grund, unseren Streikwillen zu brechen und die Beschäftigten gegeneinander auszuspielen.
Nun, es muss klar sein, dass der Vorstand auf’s Ganze gehen kann, aber wir auch!!! Es mag sein, dass er zum 01.07.2007 einen Alleingang wagt, aber wir können etwas dagegen halten: Unsere Arbeitskraft, unsere Einigkeit und unsere Ausdauer.
Es ist ja nicht nur ein Arbeitskampf um unser Geld, es ist vielmehr ein Kampf um Würde, Wertschätzung und darum als Mitarbeiter und Bestandteil des Unternehmens wahrgenommen zu werden. Mehr noch geht es gegen diese unerträgliche Willkür, die unser Vorstand an den Tag legt. „Ich bestimme, und Du hast die Füße still zu halten“.

Wenn wir jetzt nicht weitermachen, geben wir dem Vorstand auf Dauer ein Machtmittel an die Hand, dass er immer und immer anwenden wird!

Wenn wir jetzt nicht weitermachen, waren 22 Streiktage umsonst!

Astrid Thesen